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Fracking – Unkonventionelle Erdgasförderung bald auch in Schlangen? B90/DIE GRÜNEN sehen Mensch und Natur gefährdet!

Fracking heisst  wörtlich übersetzt „Aufbrechen“ oder „Aufreißen“. Das ist eine Methode zur Erzeugung von Rissen im tiefen Gestein, um dort lagernde Gase oder Flüssigkeiten leichter zur Bohrung fließen zu lassen und zu fördern. Auch in Schlangen-Bad Lippspringe, sind wir direkt von den zukünftigen Planungen betroffen.

Aktuell gibt es einen Erlass des Wirtschaftsministeriums NRW an die Bezirksregierung Arnsberg vom 29.01.14  in dem es um die „Verlängerung von Aufsuchungserlaubnissen zur Erkundung von unkonventionellen Erdgaslagerstätten“ geht. Darin heißt es, dass sofern nicht Gründe für einen Widerruf vorlägen, die sogen. Aufsuchungserlaubnis  weitere 6 Monate verlängert werden solle und man möge doch in diesem Zusammenhang die Kommunen um Stellungnahme bitten. Seitens der Bezirksregierung hatte man es offenbar nicht so eilig, denn exakt am 03.04.14 ging bei der Gemeinde Schlangen ein Schreiben ein, wo diese um Stellungnahme  gebeten wird bis Juni 2014. Warum benötigt die Bezirksregierung Arnsberg ganze 2 Monate zur Weiterleitung? Was steckt dahinter, hielt man es nicht für notwendig die Kommunen zeitnah zu informieren? 

„Fracking beinhaltet aber erhebliche Gefahren, denn auch wenn diese Zulassung bzw. Aufsuchungserlaubnis dem Inhaber noch nicht gestattet eine Erkundungsbohrung durchzuführen, sind dies vorbereitende Schritte, um die Förderung letztendlich durchführen zu können und zwar großflächig,“ so der Fraktionschef der Schlänger Grünen Marcus Foerster. Das  Aufsuchungsfeld „NRW Nord“ (unser Gemeindegebiet liegt zur Hälfte darin), beinhaltet ein Gebiet, welches sich von der niederländischen Grenze bis in den Kreis Lippe hinein erstreckt. Auch die Stadt Bielefeld und Kommunen in den Kreisen Gütersloh, Paderborn, Herford und Höxter sind davon betroffen. Die dahinter stehenden Gas- und Ölkonzerne haben sich insgesamt 22 riesige Claims gesichert, um Wettbewerber abzuhalten. Welche Gefahren lauern?  Der Naturschutzexperte der Schlänger Grünen Dirk Tornede meint dazu: „Bei Durchführung des Fracking-Verfahrens kann es zu erheblichen Verunreinigungen des Trinkwassers mit Chemikalien kommen. Es wird bei dieser Fördermethode eine Mixtur aus Chemikalien, Sand und Wasser unter hohem Druck in den Boden gepresst. Dabei wird Schiefergestein aufgespalten und das darin enthaltene Gas gefördert. Das Risikopotenzial für eine Verunreinigung des Grundwassers und des Bodens ist dabei erheblich, diese Methode ist also in jedem Fall abzulehnen“ so Tornede. 

Auf Initiative der Grünen hat die Gemeinde Schlangen frühzeitig eine Resolution auf den Weg gebracht, welche sich ausdrücklich gegen Fracking  ausspricht. So heißt es darin unter anderem, dass die Bundesregierung aufgefordert wird per Gesetz die Gewinnung von Gas- und oder Ölvorkommen durch Fracking zum Schutz des Grund- und Trinkwassers, sowie der Bevölkerung eindeutig zu verbieten.  Einige Kommunen haben diese Resolution leider modifiziert! Da heißt es in anderen Willensbekundungen: 

Sollten sich die aktuellen Gegebenheiten auf Grund technischer Neuerungen oder geänderter wissenschaftlicher Erkenntnisse ändern, wird sich der Rat mit der Angelegenheit erneut befassen.“

Dazu der grüne Fraktionsvorsitzende Marcus Foerster: „Das wäre „Fracking durch die Hintertür“. Die Schlänger Grünen haben diesen Satz gestrichen und der Rat hat mit großer Mehrheit die Resolution gegen Fracking verabschiedet. Wirken können diese Resolutionen in der Öffentlichkeit allerdings nur, wenn möglichst viele Kommunen die Willensbekundung abgeben bzw. sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger daran beteiligen“.

Wie können Schlänger Bürgerinnen und Bürger mithelfen, um das Vorhaben der Gas- und Ölkonzerne in OWL großflächig zu fracken zu verhindern? Sie können sich an der Unterschriftenaktion der Paderborner Umweltverbände beteiligen. Eine Unterschriftsabgabe ist jederzeit möglich unter: www.stop-fracking-owl.de

 

Welche Auswirkung „Fracking“ im großen Stil erzeugt, zeigen auch Studien aus Texas (USA). Dort wird großflächig gefrackt und in einzelnen Gebietsteilen sind tausende von rechteckigen weißen Flecken sichtbar. Das sind alles Bohrstellen, daneben teilweise auch Wasserbecken für das teilweise toxisch hochbelastete Abwasser, für das es keine Entsorgungsmöglichkeit gibt. Es wird in den meisten Fällen in den Boden verpresst. Die Gebiete sind von  von Straßen erschlossen. Was dort in einem dünn besiedelten Flächenstaaat von der Bevölkerung noch akzeptiert wird, ist hier in der dicht besiedelten Bundesrepublik unvorstellbar. Marcus Foerster von den Schlänger Grünen abschließend: „Umweltschutz unter der Erde“ gibt es beim Fracking nicht, das muss uns allen klar sein, denn das Risiko ist unkalkulierbar. Es gilt diese umweltschädliche Methode  konsequent abzulehnen! Dafür werden wir uns hier vor Ort weiter einsetzen“.

URL:http://www.gruene-schlangen.de/themen/unkonventionelle-erdgasfoerderung-bald-auch-in-schlangen/